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Widerstandschronologie 2001
Am Freitag dem 21. Dezember wurde in der Grazer Herrengasse ein "alternatives Krippenspiel" aufgeführt. Die ca. 10 Laien-Schauspieler versuchten damit auf die Nachteile des sogenannten "Integrationsvertratges" der Bundesregierung hinzuweisen. Die auftretenden Figuren waren identisch mit dem eines jeden Krippenspiels, nur mit dem Unterschied, dass in der Krippe nicht Jesus Christus sondern eben der Integrationsvertrag lag. Dieser sollte,"das brave Österreichische Volk", das "von soviel ausländischem Volke bedroht wird", beschützen und den wahren vom falschen Österreicher scheiden. Der Maria und Joseph stellten W. Schüssel und P. - Hojac - Westentahler dar, während der Ochs und der Esel J. Haider und A. Kohl verkörperten. Auch Schafe ("brave Kronen-Zeitung lesende Österreicher") und die drei Weisen ("Flüchtlinge aus dem bösen Auslande") waren auf der Straßen- Bühne.
Auf Flugblättern konnte man/frau sich dann auch noch zusätzlich über den Integrationsvertrag informieren.
Flugblatt (DOC- 21 kB)
Text des Krippenspiels gibt es hier (DOC- 36 kB)
Am Samstag dem 15. Dezember folgten rund 150 DemonstrantInnen
dem Aufruf der "Steirischen Friedensplattform" zu einer Kundgebung unter dem Motto: "Stoppt den Terror! - Stoppt den Krieg!"
Trotz (oder wegen?) klirrender Kälte zog die Demo durch die von Einkaufswütigen verstopften Straßen bis vor das Landhaus. Die ganze Angelegenheit erinnerte doch etwas an einen Trauermarsch, nur vereinzelt hörte mensch ein paar Sprechchöre. Trotz der geringen Teilnahme gab es viel Transparente, die mehr oder weniger geistreichen Texte darauf gibt es hier: [Shots]
In der Nacht auf Mittwoch dem 31. Oktober wurden zahlreiche Apotheken und Trafiken in Graz von Unbekannten mit gefälschten FPÖ-Aufklebern versehen, auf denen "Apotheker sind Mörder" oder "Trafikanten sind Mörder" zu lesen war. Die Kleber sind mit dem Logo der Freiheitlichen und der Internet-Adresse der jüngsten Anti-Drogen-Kampagne (die den Slogan "Drogendealer sind Mörder" trägt) der Grazer FPÖ versehen. Laut FPÖ-Stadträtin Maxie Uray-Frick ist der Zusammenhang mit der Anti-Drogen-Kampagne der Freiheitlichen offensichtlich: "Dies dürfte sich jemand zu Nutze gemacht haben, um hier die Freiheitlichen erneut mit einer Aktion, die an Rufmord grenzt, in Verbindung zu bringen". (Quelle: Kleine Zeitung, steiermark.orf.at)
Am Sonntag, den 21. Oktober
Rund 50 Menschen haben sich heute in Graz an
einem Schweigemarsch für den Frieden und
gegen die Angriffe auf Afghanistan beteiligt.
Ausgangspunkt war die Grazer Oper, dann ging
es durch den Stadtpark zum Platz der
Menschenrechte. Dort diskutierten die
Demonstranten über ihr Anliegen. Wichtig ist
den Veranstaltern vom Forum für politische
Bildung, dass die Demonstration nicht als
antiamerikanisch verstanden wird. (Quelle: ORF ON)
Am Mittwoch, den 11. Oktober gab es auch hier in Graz eine Demonstration gegen den schwarzblauen Bildungs und Mitbestimmungsabbau, insbesonders gegen Studiengebühren und Abschaffung der Mitbestimmung von Studierenden an der Universität. Geplant als Höhepunkt der "Protestwoche" sollte die Demo ein kräftiges Zeichen setzen. Ab elf Uhr versammelten sich Studierende vor dem Uni Hauptgebäude. Nach mehreren Redebeiträgen startete die Demonstration Richtung Landhaus. TeilnehmerInnen: magere 260 (Mayday-Zählung). Die Stimmung war aber trotz der geringen Teilnahme bestens, zum Teil lag das sicher auch an der engagierten Auflegerei von ein paar Radio Helsinki-Mitarbeiter auf dem Lautsprecherwagen.
Die geringe Beteiligung an der Demonstration ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass sich die hiesige ÖH-Führung erst sehr spät durch ein paar Gewi-AktivistInnen überzeugen ließ, auch in Graz eine Demo abzuhalten. [Shots]
Am Samstag, den 6. Oktober Versammmelten sich am Eisenen Tor unter dem Titel "Krieg ist keine Lösung" einige Friedensaktivisten verschiedester Couleur.
Sie informierten die Menschen über die Kriegsgefahr und die Gefahren der inneren und äußeren Aufrüstung bzw. deren mögliche Folgen. Aber sie brachten auch alternative Lösungsvorschläge an. Zeitweise waren zwei Infostände vorhanden, einer des vor kurzem gegründeten "Komitees zur Schaffung einer Friedensplattform" und einer der KJÖ-Graz, die auch Teil dieses Komitees ist.
In Anbetracht der Ereignisse des Sonntagabends erscheinen diese Aktivitäten aber nur wie letzte Casandra-Rufe.
Am Mittwoch, dem 19. September besuchten ein Gruppe von StudiengebührengegnerInnen eine Veranstaltung der Urania zu Thema "Wieviel Bildung braucht der Markt? Wieviel Markt verträgt die Bildung?" Ort: das RESOWI der Uni Graz.
Angekündigt war ein Auftritt von Ministerin Gehrer, die ließ sich jedoch kurzfristig von einem Sektionsschef aus dem Wissenschaftsministerium vertreten. Der Auftritt des Sektionschefs war allerdings ein kurzer. Laut Programm waren 30 Minuten Redezeit vorgesehen, doch schon nach 5 Minuten verließ er den RednerInnenpult. Der Grund: Ein paar AktivistInnen hatten sich in Schale geworfen und übten als "Fanclub Gehrer ohne H" subversive Affirmation, soll heißen: sie kommentierten jeden Satz des Sektionschefs mit lautem Applaus. Nach ein paar hilflosen Versuchen des Redners und des Moderators die Gruppe zum "Dialog und zur Auseinandersetzung" einzuladen (was natürlich mit Applaus bedacht wurde), flüchtete der Sektionschef Richtung Publikum. Ein verdatteter Moderator versuchte zu erklären was denn hier vorginge, indem er die von den AktivistInnen mitgebrachten Tafeln "Fanclub Gehrer ohne H" für die, "die das nicht lesen können" vorlas, nicht ohne die Frage zu stellen "was das wohl bedeutet?"
Das Publikum, zum großen Teil wohl ÖVP-Bildungsbürger, konnten die Aktion einfach nicht fassen: Eine Frau fragte die AktivistInnen, ob die Aktion wohl angemeldet worden sei - sie ließ sich ganz einfach mit "Ja sicher, das hat alles seine Ordnung!" beruhigen.
Anfang September wurde an einem Baugerüst am Karmeliterplatz ein provokantes Transparent aufgehängt, das mit "ihre ÖVP" gezeichnet ist. Es spielt auf die zweifelhafte Rolle Benita Ferrero Waldners bei der Verhaftung der Volxtheaterkaravane in Italien an.
Hier zu sehen
Am Montag, dem 20. August, dem globalen Aktionstag gegen "Polizeigewalt in Genua und überall", sorgten am Nachmittag einige GrazerInnen mit Strassentheater für Aufmerksamkeit: Etwa 20 junge Leute in schwarzen T-Shirts- eine bunte Mischung von AktvistInnen hatten sich zusammengefunden, um aktionistisch auf die staatlichen Gewaltexzessen während des G8-Gipfels hinzuweisen: auf die Erschießung des 23jährigen Demonstranten Carlo Giuliani, die Folter in den Gefägnissen, die Prügeleinsätze und willkürlichen Verhaftungen. Ausdrücklich ging es darum, das, was in Genua passiert war, nicht als allein italienische Angelegenheit hinzustellen: Ein beifallklatschender "Innenminister" gratulierte den prügelnden und schießenden "Carabinieri" nach jeder gelungenen "Amtshandlung", und eine lächelnde "Außenminsterin" drückte neben den bewußtlosen "Opfern" bildlich ihr "volles Vertrauen" in die italienische Polizei aus. Zwischen den einzelnen Szenen verlasen AktvistInnen Texte, die nicht nicht nur über die Repression, sondern auch die Inhalte der Protestbewegung informierten, während andere Flugblätter verteilten.
Das Aktion begann in den Grazer Strassenbahnen, wo den Fahrgästen gar nicht anderes übrig blieb, als sich die Sache anzuschauen. Einige Male wurde das Strassentheater allerdings recht abrupt abgebrochen, als nämlich Fahrer die Polizei verständigten ("I hob des Affentheater bei mir im Wagen..."). Deren Beamten liefen unterdessen etwas orientierungslos die Herrengasse auf und ab, wo eigentlich zu dieser Zeit die Aktion angemeldet war, und sahen den Strassenbahnen nach, in denen ab und zu die erwarteten AktivistInnen am Fenster auftauchten. Gegen 19 Uhr - nach zwei Stunden Theater in den öffentlichen Verkehrsmitteln - trafen schließlich tatsächlich alle in der Nähe des Landhauses ein, wo noch bis nach 20 Uhr die Szenen gespielt und Megaphonansprachen gehalten wurden.
Die schon üblichen Kreidenmalaktionen, die sich in der letzten Zeit örtlich vom italienischen Konsulat zur ÖVP-Zentrale verlagert hatten, fielen an diesem Abend allerdings wegen Regen aus.
Flugblatt dazu (PDF- 212 kB)
Am Freitag, dem 17. August berichtete die APA über eine Sprühaktion in Graz: (Quelle: Tatblatt):
"Graz: 25 Meter lange antikapitalistische Schlossberg-Bemalung
In halb Graz war eine 25 Meter lange, nächtens vor dem Uhrturm auf der Außenmauer der Bürgerbastei am Schlossberg angebrachte Protest-Bemalung zu sehen. "Kapitalismus tötete den G8-Gipfel in Genua" lautete der Text laut APA. Ist aber nicht ganz unwahrscheinlich, dass er ein bisserl anders war. Jedenfalls wurde das Riesen-Graffiti Freitagvormittag von der Stadtverwaltung ganz professionell verhüllt: mit einem weißen Transparent vor der roten Mauer."
Hier (Indymedia) gibt es nützliche Postings: z.B. dass der Text richtigerweise "kapitalismus tötet 20.7.01 genua" heißt.
Wer vor nichts zurückschreckt, kann hier auch einen Artikel der Kleinen Zeitung über die Sprühaktion lesen.
Am Dienstag, dem 14. August solidarsierten sich TeilnehmerInnen der Theathersommerschule mit einer Straßenaktion mit der VolxtheatherKarawane: Hier der Bericht (Quelle: Tatblatt):
"Graz: Straßentheater für Freilassung der VolxTheaterKarawane
In der Grazer Innenstadt gab es heute, ziemlich kurzfristig geplant, drei kurze (nicht angemeldete) Straßentheateraufführungen zwecks Solidarität mit der Karawane. Das ganze wurde organisiert und gespielt von der Straßentheatergruppe der Theatersommerschule in Graz. Zu sehen gab es märchenerzählende Straßentheaterleute, die verhaftet werden. Wunderschön und mit einem tollen Lied zum schluss (...für die Faschisten, sind wir Terroristen...)."
Am Dienstag, dem 24. Juli fanden sich trotz des starken Regens recht pünktlich eine Gruppe von 30 Leuten vor dem Landhaus ein, die gegen den Mord an Carlo Guilani und die Polizeigewalt in Genua demonstrieren wollten. Mit dabei waren Schilder auf denen ein großes Foto von Carlo Guilani und der Spruch "carabinieri = assassini" angebracht waren.
Zuerst sprach ein aus Genua "Entkommener" über die Ereignisse und die aggressive Stimmung in der Stadt, gefolgt von einem Bericht über Folterungen in den italienischen Gefängnissen.
Dann machte sich die Demo auf den Weg zum italienischen Konsulat. Was Anfangs wie ein Trauermarsch wirkte (es war "totenstill") begann erst langsam mit Sprechchören auf sich aufmerksam zu machen. Am Jakominiplatz blieb die Demo dann stehen und die umstehenden Leute wurden ein wenig über die Ereignisse in Genua aufgeklärt. Sehr zum Mißvergnügen der Polizei, da damit ein Großteil des öffentlichen Verkehrs in Graz nicht fahren konnte. Langsam wurde die Polizei etwas gereizt wegen dieses unangemeldeten Zwischenstopps und die Demo zog weiter.
Jetzt taute die Demo ein wenig auf und die Leute begannen laut Sprechchöre zu rufen. "carabinieri assassini - berlusconi assassino" und "Menschrechtsverletzung mehrfacher Mord, stoppt das G8 jetzt sofort" wurde gerufen. Am lautesten war aber der Klassiker "no justice no peace - fuck the police".
Vor dem Konsulat, gab es laute "assissini"-Rufe und eine Person las einen Augenzeuginnenbericht von der Erstürmung des imc vor, mehrere Leute klebten Bilder des Toten auf das Konsulat. Nach kurzem Verweilen ging die Demo zum Landhaus zurück, und war jetzt mittlerweile sehr laut.
Einzelne Leute schlossen sich spontan der Demo an, darunter auch ein italienischer Jugendlicher.
Die Polizei verzichtete zur Abwechslung mal irgendwelche Provokationen zu setzen oder Anzeigen für nichts auszuteilen (aber was nicht ist, kann ja noch werden ;-( )
In diesem Sinne:
fuck the police. fight back. solidarity is a weapon. [Shots]
Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag (22.07.01) wurde vor das Konsulat in der Rechbauerstraße mit Kreide und Lack die Umrisse einer Leiche aufgezeichnet.
Zu dieser Aktion gabs auf Indymedia folgendes posting:
"eines abends in graz vor dem italienischen konsulat
eines abends in graz spazierten einige leute vors italienische konsulat und malten den gehsteig davor an. gezeichnet wurden die umrisse einer leiche mit kreide und am kopf wurde ein blutfleck mit roter lackfarbe gemalt. die leichenumrisse lassen sich wegwaschen, das blut bleibt aber.
wir protestieren damit gegen den mord an einen aktivisten während der g8-demonstrationen. wir fordern berlusconi und sein regime auf sofort zurückzutreten, wir fordern, daß die verantwortlichen polizisten, die den krieg gegen die bürger in genua geplant und ausgeführt haben, sofort die konsequenzen ziehen und sich der justiz wegen verbrechen an der menschlichkeit stellen.
kein frieden mit menschenfeindlicher politik und menschenunwürdiger repression gegen demokratische bewegungen."
Aktualisiert (31.07): In den folgenden Tagen gingen des öfteren Leute vor das Konsulat um mit Kreide immer wieder Texte und Parolen auf den Asphalt zu malen. Immer wieder wollte anwesende Polizei unbedingt die Peronalien von Personen aufnehmen, als sie mit Kreide den Gehsteig bemalten, kündigten Anzeigen wegen "Verunreinigung"(?), "Verschmutzung"(?) an (malen mit Kreide ist legal!) und versuchten sie am Malen zu hindern. Ihnen wurde vorgehalten dass sie den Lack aufgebracht hätten und deshalb der Sachbeschädigung verdächtig seinen. Eingige Leute wurden von der Polizei mit ihren Nachnahmen angesprochen (sic!) und weigerten sich daher die Ausweise vorzuzeigen.
Ergänzung (31.07): Bei ein paar Leuten wurde, während sie den Gehsteig mit Kreide bemalten, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung von Staatspolizisten aufgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen auf die Hauswand soeben "Mörder" geschrieben zu haben. Der Hinweis auf der Wand war freilich schon für alle PassantInnen sichtbar schon den ganzen Tag vorher dort zu lesen gewesen.
Am 5. Juli fand in der Zeit zwischen 11.30 Uhr bis 15.00 Uhr eine Betriebsversammlung der Grazer Verkehrsbetriebe (GVB) statt. In dieser Zeit fuhr kein öffentlicher Verkehr, nur 23 Busse der GVB-Subunternehmen wurden für den Schienenersatzverkehr eingesetzt. Das große Verkehrschaos blieb trotzdem aus, die Fahrgäste zeigten großes Verständnis für die Proteste.
Bei der Betriebsversammlung wurde eine Initiative für eine Volksbefragung zum umstrittenen Verkauf der Grazer Stadtwerke beschlossen.
Anschließend versammelten sich die ca. 1000 TeilnehmerInnen der Betriebsversammlung am Grazer Hauptplatz. Im Rathaus fand zu dieser Zeit die Diskussion über die Privatisierung der Stadtwerke statt. (Quellen: ORF, Webstandard, Kleine Zeitung)
Am 1. Juli fand in Salzburg wie auch schon die drei Tage davor eine Demonstration gegen das WEF statt. Am Freitag gab es eine Spontandemo vom Volksgarten, wo kurz vorher ein Strassenfest zu Ende ging. Am Samstag kam es dann zu zwei unterschiedlichen Spontandemos von jeweils ca. 60 Leuten zu einem McDonalds. Auf der Indymedia-Seite gibt's mehr Infos, Bilder und Videos. Hier die MayDay - Presseaussendung zu den Ereignissen in Salzburg, insbesondere des 1. Juli.
Am 19. Juni fand in der Aula der Uni Graz die Auftaktveranstaltung "Graz wird Stadt der Menschenrechte" statt (Ihr habt richtig gehört: Graz bewirbt sich um diese europaweite Auszeichnung!). Während sich Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, Bürgermeister, die politischen Parteien von ÖVP bis grün, Polizeivertreter und sogar ein paar NGO's bei Buffet und Musik ein Stelldichein gaben, machten AktivistInnen von "Mayday 2000" vor dem Eingang mit Flugblättern auf die tatsächliche, wenig erfreuliche Lage und die ständigen Menschenrechtsverletzungen in Graz aufmerksam.
Flugblatt
Am Samstag, dem 2. Juni gab es gleich zwei politische Ereignisse in der Grazer Innenstadt, die die Aufmerksamkeit der PassantInnen erregten:
Vor der Stadtpfarrkirche führte "Mayday 2000" wieder einmal die schon berühmt-berüchtigte "schwarz-blaue Leistungsschau" vor, bei der unter dem Motto "A wenn i nix red, nix hör, nix seh, a rechte Gaude hab i eh!" ein Österreich nach 4 Jahren ÖVP-FPÖ-Koalition anschaulich vor Augen geführt wurde. Die FußgängerInnen, die nicht schon bei den Klängen der schlimmsten österreichischen Schnulzen stehenblieben, zu denen am Biertisch die passenden Sprüche geklopft wurden ("Hier wird nicht nachgedacht, hier wird national empfunden!"), unterbrachen spätestens dann ihren Einkaufsbummel, wenn die pflichtbewußte Polizei sich auf diejenigen "ÖsterreicherInnen" stürzten, die versuchten, den Stammtisch zu verlassen. Auch die Nummer, bei der unter der Anleitung eines schlagstockschwingenden Dirigenten die Bundeshymne abgesungen wurde, löste Diskussionen aus. Neben den üblichen Beschimpfungen gab es immer wieder PassantInnen, die sich nicht nur Zeit für unsere Infowände nahmen, sondern auch durchaus fanden, dass wir mit diesem Strassentheater Österreich gar nicht so schlecht getroffen hatten.
Ungefähr zur gleichen Zeit begann am Eisernen Tor das "Anti-WEF-Strassenfest", das ein paar Leute aus Graz (Crusty Imperium etc.) organisiert hatten. Es gab vor allem viel und laute Musik, aber auch einen gut ausgestatteten Infotisch und Informationen zum Treffen des "World Economic Forum" in Salzburg und den geplanten Gegenaktivitäten. Konzert und Fest dauerten bis zum Abend gegen 21 Uhr an, aber es wäre natürlich zu schön, wenn wieder mal alles glatt gegangen wäre: Der Person, die die Veranstaltung angemeldet hatte, wurden gleich mehrere Anzeigen wegen Lärmerregung angekündigt, weil die Musik angeblich einen zu hohen Lärmpegel erreicht hatte... (leise war sie zwar nicht, aber sicher nix gegen das "Krone-Stadtfest"...)
Am Dienstag, dem 1. Mai veranstaltete die "Plattform für einen revolutionären,
herrschaftsfreien 1. Mai" bestehend aus den Gruppen MayDay 2000 Graz, KJÖ Graz, KSV, GRAS
und Crusty Imperium eine Demonstration, nachdem die KPÖ im Gegensatz zu den vergangenen
Jahren auf die Organisierung einer 1. Mai-Demo verzichtete.
Am Südtirolerplatz versammelten sich um 13.00 Uhr ca. 100 Personen, um für eine
herrschaftsfreie, antikapitalistische Gesellschaft zu demonstrieren. Die Demoroute führte
durch die Innenstadt zum Casino, wo ein Aktivist eine Rede zum WEF in Salzburg hielt und
eine eigene Mobilisierungskampagne in Graz ankündigte. Der Platz vor dem Casino war für
einen solchen Redebeitrag ein gut gewählter Ort: Bald erschienen ein paar Herren vor dem
Casinoeingang und echauffierten sich lautstark über die Demo. Weiter ging es zum Hauptplatz,
wo eine Aktivistin über die jüngsten Polizeischikanen berichtete. In letzter Zeit war es
nach einigen hetzerischen Medienberichte über die Punkszene am Hauptplatz zu
Verwaltungsstrafen wegen Nichtigkeiten und sogar zu Verhaftung und "Handgreiflichkeiten"
seitens der Polizei gekommen.
Die Demo zog weiter über ein "Touristenspalier" in der Herrengasse, Opernring und Burgtor
bis zur Bundespolizeidirektion/ Schubhaftgefängnis, wo über die Situation von Flüchtlingen
und Schubhäftlingen berichtet und an den Mord an Marcus Omofuma erinnert wurde.
Dann ginge es wieder ein Stück zurück in den "gesteckt vollen" Stadtpark, vorbei an einer
Polizeikette, die eine Baustelle (!) "absicherte", wo dann neben dem Forum Stadtpark eine
Party bei Musik und Getränken gefeiert wurde.
Die Polizei, diesmal mit weniger Zivilbeamte, dafür mit mehr Einsatzpolizisten erschienen,
verhielt sich bis dahin weitgehend friedlich und zog ab, zurück blieben 2 Zivilbeamte, die
das Geschehen genau beobachteten. Am späteren Abend versuchten diese beiden Beamten ein paar
Leute zu provozieren indem sie mit Anzeigen wegen "nicht verrichteter AKM Steuer" (für die
bei Versammlungen natürlich nichts zu zahlen ist), wegen "Verlassen des Versammlungsortes
durch den Versammlungsleiter" und wegen "Verkauf von Getränken an Passanten" - alles völlig
aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen - drohten.
Gegen Ende der Party warfen ein paar Demo-Teilnehmer Kracher Richtung
Bundespolizeidirektion, worauf die Beamten in deren Richtung stürmten und einer dort
anwesenden Person eine Anzeige androhte. [Shots]
Am Donnerstag, dem 19. April besuchte Bundeskanzler Schüssel anläßlich eines Symposiums das "Wall"-Gebäude der Uni Graz.
Ebenfalls dort waren einige Studierende und engagierte Menschen, die noch nicht vergessen hatten, dass die ÖVP für die Einführung der Studierengebühren ab Herbst verantwortlich ist. Sie wollten ihren Protest zumindest durch das Hochhalten eines Transparents zeigen, aber - rien ne va plus in Graz: Als vier Leute - im Unigebäude drinnen! - vor dem Mehrzwecksaal ein Transparent mit der Aufschrift "Mit Studiengebühren kommst Du nicht weit!" entrollten, beschwerten sich sofort die VeranstalterInnen. Daraufhin stellten sich die vier mit dem Transparent an den Rand der SymposiumsbesucherInnen, doch diesmal griff die Staatspolizei ein und verbot das Transparent.
Proteste der Studierenden, dass sie niemanden stören würden und sich hier in einem Unigebäude befänden, nutzen nichts: Unter der Androhung von Zwangsgewalt gingen die AktivistInnen schließlich, gedrängt von den Staatspolizisten ("Gemma, gemma!") und rollten das Transparent wieder ein. Draußen nahm die Polizei dann auch noch Anzeigen gegen die vier Leute wegen "illegaler Versammlung" auf und erzwang die Angabe der Personalien. Als Bürgermeister Stingl auf dem Weg ins Symposium vorbeikam, forderten ihn die Studierenden auf, Stellung zu dem Vorfall zu beziehen und fragten ihn, ob dies demokratisch sei, Verwaltungsstrafverfahren wegen eines Transparents einzuleiten! Der Bürgermeister zog es allerdings vor, sich aus der Situation ohne diese Stellungnahme zurückzuziehen... Graz - Stadt der Menschenrechte?
Am Samstag, dem 31. März gab es vor dem Grazer Landhaus eine weitere Episode aus der Reihe "Schwarz-Blaue Leistungsschau - eine Bilanz nach einem Jahr Schwarzblauer Regierung". Zur besten Shoppingzeit wurden die PassantInnen mit diversen "Errungenschaften" der Schwarzblauen Regierung konfrontiert.
Am Dienstag, dem 20. März wurden im Rahmen der "Diagonale 2001" Videos über den Widerstand gegen die Schwarzblaue Regierung, Sexismus, Faschismus, Rassismus etc. gezeigt.
O-Text: Das Video-Kollektiv "Die Kunst der Stunde ist Widerstand" fordert eine
offensive anti-nationale und anti-rassistische Politik: Für ein
AusländerInnenwahlrecht, ein Anti-Diskriminierungsgesetz, für offene
Grenzen, ein offenes Kärnten, ein offenes Europa.
Folgende Filme wurden gezeigt:
- Trailer - Die Kunst der Stunde ist Widerstand, Oliver Stotz & Lisbeth Kovacic & Lukas Schaller 2.5'
- die kunst ist eine bärin und sie beißt wen sie will, Volxtheater Favoriten, 5,5´
- Resist, Simona Schimanovich, 0,3´
- elektroansprache zum nazionalfeiertag, bady minck, 5´
- Zufallsindoktrinator, Julia Starsky, Julius Sternenhimml, 5,5´
- Torte statt Worte - Drahdiwaberl, Klaus Hundsbichler, 5,5´
- 20/5/2000, anonym, 13´
- 2 spots, get to attack,1´
- Heimatgeflüster, Pia Schauenburg, 1´
- Die Herren, Ewa Einhorn, Misha Stroj, 7´
- Mad in Austria, Elke Mayr, 0,5´
- Pony, Bär und Apfelbaum, acc, 12´
- Österreich rein! Amina Handke, 2,5´
- "Propaganda I II III", Peter Kollreider, 3´
- "Opernball 2001 - (kein) Bedauern", ministry of desinformation, 2,5´
- Krumpendorf ist ein Symbol, klara moser society, 11´
- Der graue Star, maschek., 8´
- Grüß Gott Österreich!, Bernadette Huber, 4,25´
- Dankeschön, Thomas Horwath, 1´
Am Freitag, dem 16. März wurde die Ausstellung "Andauernder Widerstand gegen Machtverhältnisse" der KünstlerInnen Bady Minck, Alexander Brener/Barbara Schurz, Johanna Kandl, Helmut Kandl, Martin Krenn und Julius Deutschbauer/Alexander Spring eröffnet.
Die Ausstellung zeigt aktuelle Arbeiten von KünstlerInnen, die seit geraumer Zeit zu politischen Themen Stellung nehmen. Die Ausstellung ist zu folgenden Zeiten geöffnet: 17.3 - 12.5.2001: Di-Fr 14.00 - 18.30 Uhr, Sa 10.00 - 13.00 Uhr, Geschlossen: 13.+ 14.4, 1.5.2001
Ort: association for contemporary art, Belgiergasse 8/I, 8020 Graz.
Es gibt dort auch eine Spendenbox, wo Geld für die Rechtshilfe in Graz gesammelt wird.
Am Donnerstag, dem 8. März, dem internationalen Frauentag, gab es neben der von der KPÖ initierten Freifahrt auf den GVB Linien (sic!) auch eine Aktion im öffentlichen Raum, eine Pressekonfrenz und ein Fest.
Um 9.00 Uhr versammelten sich ca. 40 Menschen (darunter ein(!) solidarischer Mann) vor dem Landhaus. Die Aktion "Frustkugelschieben" sah dann so aus: Ein 2 Meter grosse Kugel wurde durch die Innenstadt gerollt - Aufmerksamkeit bei PassantInnen garantiert!
Gut gelungen war auch das abendlichen Frauenfest im Arcadium. [Shots]
Am Freitag, dem 2. Februar fand vor dem Landhaus eine Aktion namens "Schwarz-Blaue Leistungsschau - eine Bilanz nach einem Jahr Schwarzblauer Regierung" statt.
Unter dem Motto: "A wenn I nix red`, nix siach und nix seh, a
feste Gaudi hob i eh. - Wer sich noch rührt, bekommt eben die Gewalt zu
spüren!" wurden die PassantInnen, mittels Straßentheater und Infomaterial, auf die Ereignisse und Entwicklungen des letzten Jahres in Österreich hingewiesen. [Shots]
Am Donnerstag, dem 25. Jänner unterbrachen einige StudentInnen der
HörerInnenversammlung der K-F Uni Graz eine Sitzung der Universitätsvertretung der ÖH Graz.
Ab 9 Uhr verteilten Studierende Flugblätter, in denen sie auf die Untätigkeit der ÖH-Führung (AG/RFS) hinwiesen. Mit Weckern und Sprüchen wie "ÖH-Bonzen Studierenden-Verräter(innen) statt Studierenden-Vertreter(innen)" sollten Studierende auf die Aktion aufmerksam gemacht werden. Gegen 10 Uhr betraten Mitglieder der Hörsaalgruppe die öffentliche Sitzung und wurden vom stellvertretenden ÖH-Vorsitzenden sofort wüst beschimpft. Die AG-Mitglieder wollten die Sitzung vertagen, um die Studierenden nicht zu Wort kommen zu
lassen, doch nach einer kurzen verbalen Konfrontation wurde die Sitzung nur 5 Minuten unterbrochen. Die Studierenden warfen der ÖH-Führung vor, nach dem 11. Oktober keine weiteren Protestmaßnahmen gegen Studiengebühren gesetzt zu haben. Es folgte eine hitzige Diskussion, in welcher der ÖH-Vorsitzende unter anderem meinte, die ÖH müsse auch die Studierenden vertreten, die Studiengebühren zahlen wollen! Trotz Versprechungen seitens der AG sich um die Information und Mobilisierung von Studierenden zu kümmern, wurde ein diesbezüglicher Antrag abgelehnt. Nach mehr als 2 Stunden nervenaufreibender Diskussion verließen die Mitglieder der Hörsaalgruppe die Sitzung.
MayDay 2000 ruft weiterhin zum Widerstand auf!
Stoppt Schwarz-Blaues Regieren! Gegen Sexismus, Faschismus und Sozialabbau!
Immer und überall!
enterhaken inhalte:
enterhaken N°08 ||
Dezember 06
Inhalt
„Als der Fürer gekommen ist...“: FPÖ zwischen Säbeln und NS-Nostalgie / Bajuwarische Einzeltäter - Über alte Bekannte und offene Fragen /
Rechtlastiger Blackmetal Versand in Graz? / Interview mit Christian Dornbusch und Hans Peter Killguss /
Keine Ehrung für Jahn! Keine Ehrung für RassistInnen! / Kurzmann: Voller Einsatz für eine faschistische Zukunft /
Professor Pendl: Gern geehrtes „Fähnlein in diesen deutschen Landen“ / Ministerialbeamter aus dem braunen Sumpf /
Im Namen des Polizeistaats, Sie sind verurteilt! Richter Buchgraber - wo Unrecht zu Recht wird…
/ Militär statt Bürgerwehr / Professor Pfannhauser: Nationale „Front“ gegen „Sprachsünder“! Rassistisches Rundmail im Umlauf... u.a.
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enterhaken N°07 ||
September 06
Inhalt
Den Kärntner Konsens angreifen! Schluss mit den Ulrichsbergtreffen! / Ganz
normale PuntigamerInnen, ganz normaler Rassismus - Die Puntigamer
BürgerInnenplattform gegen das Flüchtlingsheim / Linke auf antisemitischen
Abwegen - über bedenkliche Bündnisse anlässlich des Kriegs im Libanon /
"Kulturverein" Südmark / Stocker Verlag verliert Prozesse
– Urteile jetzt rechtskräftig / Kurzberichte zu Historiker Stefan Karner, FPÖ-Obmann
Gerhard Kurzmann, rassistischen Polizeiaktionen in Graz / Bisherige Artikel
im „enterhaken“... u.a.
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-
enterhaken N°06 ||
Juni 06
Inhalt
Kader für das 4. Reich - Das DKEG
zwischen Führerkult und Terror / Kurzmann kontra Kletus - FPÖ- Duell
rechtsaußen / Ehrbarer Antisemitismus / Weiter auf rechten Pfaden: Der
Stocker-Verlag, die Gerichte und ein „neuer Wind" / Neues von ganz rechts
- Nachrichten aus dem DÖW / „Wir wollen: weg damit!" - Demo-bericht
Mittenwald 2006 / Skandalöses Vorgehen der Behörden gegen
AntifaschistInnen / Kavaliersdelikt Frauenhandel / Rassenkunde im
steirischen Verfassungsschutz? / völlig vernaglt / Activism - Linx,
Termine, Bücher
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enterhaken N°05 ||
Dezember 05
Inhalt
Graz hat‘s: Subventionen für rechte Kameraden / Schwarze Seelen und hohle Köpfe - Rechtsextremismus im Black Metal / Fritz Edlingers „Protokoll der Weisen von Zion“ / „Der einzige Politiker der die Wahrheit sagt...“ Grazer Friedenswille trifft Antisemitismus / Die Heimat die im Regen versinkt! Bericht über die Aktionstage gegen das Ulrichsbergtreffen / Sichtbare Zeichen „undemokratischer Politik“ / Gerhard Kurzmann: Feuer und Flamme für die nationale Gesinnung / völlig vernaglt / „...es gibt kein ruhiges Hinterland“ - Ein Demobericht vom 08.10.05 in Leibnitz / Spätes Recht. Urteil aufgehoben: Politische Äußerung nicht als „Anstandsregelverletzung“ strafbar
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enterhaken N°04 ||
September 05
Inhalt
Den Kärntner Konsens angreifen! Schluss mit dem Ulrichsbergtreffen /
Europa der Massenmörder „Nation Europa“am Ulrichsberg /
Smash Ulrichsberg! - Antifaschismus der Praxis 1997 /
Leopold Stocker Verlag: Schaff drei, vier, viele Prozesse... /
Schwarz-braun wird die Haselnuss... ÖVP fischt in braunen Sümpfen /
Action, Vorträge, Diskussionen
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enterhaken N°03 || Juni 05
Inhalt
Die Geschichte, das bin ich! „Rechts um“ mit dem Historiker Stefan Karner /
Linktipps /
Neue Feinde, alte Feindbilder oder: Die strammen Jünger von Lorenz im Kampf gegen die böse, böse Frankfurter Schule /
Kurzmeldungen /
Graz, Hofgasse 5: Das „Dritte Reich“ als „geniale Improvisation“... /
Rassismus, „Studentenwehr“ und Krisenstimmung: Die „fest geschossenen Reihen“ des RFS /
Ein nützlicher Antisemit:„Entlastungszeuge“ zwischen Antisemitismus und religiösem Wahn /
Öffentliche NS-Apologie /
Die Aula und der Papst / Stadt Graz zahlt Sklavenlohn an AsylwerberInnen / Spendenaufruf
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enterhaken N°02 || März 05
Inhalt
Weiterhin Landeswappen für Förderer von Rechtsextremismus / Der Graugans’ langer Schatten – ein deutsches Epos /
„Subjektiv“ rassistische Polizeikontrollen? / Rassismus als Unterhaltung: die Zeitung der „Vereinigung der Polizeijuristen“ /
Unter Schwarz-Blauer Regierung gedeihen braune Blüten prächtig / Einfach ehrlich. Einfach antisemitisch. Einfach: „Zur Zeit“ /
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N°01 || Jänner 05
Inhalt
Rechtsextreme haben ihren Verlag / Zwischen Mensur und Rechtsextremismus Informationen zu den Burschenschaften / Von Todsünden und Graugänsen - oder: Was Sie schon immer über Konrad Lorenz wissen sollten, aber nie erfahren haben. /
Neonazis und untätige Grazer Behörde / Stocker-Verlag: Auf Kurs Richtung Rechtsextremismus
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enterhaken ist der Versuch antifaschistische
Informationen, vor dem Hintergrund eines massiven
gesellschaftlichen Rechtsrucks, zu verbreiten. Doch die
Regierungsbeteiligung einer rassistischen Partei wie der
FPÖ darf nicht dazu führen, die außerparlamentarische
extreme Rechte außer Acht zu lassen.
Daher berichten wir über die Aktivitäten Rechtsextremer
und Neonazis und versuchen eine größere Öffentlichkeit auf
rechtsextreme Personen, Organisationen und Netzwerke
aufmerksam zu machen, um effizient Widerstand organisieren
zu können. Den Schwerpunkt setzen wir auf Graz,
wo sich nach wie vor NeofaschistInnen tummeln, ohne auf
nennenswerten Protest zu stoßen.
Antifaschismus heißt für uns Antikapitalismus und aktives
Eintreten gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und
jegliche Art von Nationalismus.
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