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Am Mittwoch, dem 19. November waren in der Grazer Innenstadt zahlreiche Plakate mit der Aufschrift "Heute in der Kronenzeitung - lässt die EU die 7 tatsächlich verhungern? Mehr dazu www.at.indymedia.org" plakatiert worden. Dass es sich dabei um die sieben Inhaftierten der Proteste in Thessaloniki vom Sommer handelt, war wohl nur für Eingeweihte ersichtlich.
Dennoch: Super Aktion!
Gute Nachrichten: alle 7 Inhaftierten wurden am 26. November, nach bis zu 66 Tagen Hungerstreik, aus der Haft entlassen.
Indymedia -Bericht dazu hier
[Shots]
Am Sonntag, dem 26. Oktober , dem sogenannten Nationalfeiertag, konnten NationalfeiertagsspaziergängerInnen (what a word!) und sonstige entlang der Mur promenierende, "antinationale Schiffchen" bewundern. Auf zwei, offensichtlich aus Styropor gefertigten Plattformen, die eine knapp oberhalb des Murstegs, die andere bei der Hauptbrücke verankert, wehte eine durchgestrichene östereichische Flagge. Die Boote waren, von den Brücken aus gut lesbar, mit "Grenzen töten!" und "Nation tötet!" beschriftet.
Da es an diesem Tag freien Eintritt ins Grazer Kunsthaus gab, konnten tausende von Kulturbeflissenen den ganzen Sonntag über auch diese Installation auf sich wirken lassen - die Boote wurden erst am Montagmorgen aus der Mur gezogen.
Dass es unter den antinationalen "Fit mach mit"- Aktiven nicht nur SchwimmerInnen, sonder auch KraxlerInnen gibt, bewies eine riesige an einem Kran nahe der Oper befestigte durchgestrichene Österreichfahne mit der Aufschrift "Nation tötet!".
[Shots]
Am Freitag, dem 24. Oktober riefen mayday, die GRAS und Unabhängige anlässlich des Treffens mehrerer europäischer Heeresminister zu einem "antimilitaristischen Spaziergang" in der Grazer Innenstadt auf.
Etwa 50 Leute fanden sich am Südtirolerplatz ein, samt sehr umfangreichen Polizeiaufgebot. Das ganze nahm sehr bald, und entgegen der ursprünglichen Absicht der OrganisatorInnen Democharakter an, denn eigentlich war an eine Art Rundgang mit Strassentheater und Performances gedacht. Diese Aktionen fanden zwar statt und ernteten bei den PassantInnen recht großes Interesse, doch der Zug selbst war eine ziemlich chaotische Angelegenheit. Eine Gruppe von Leuten verwechselte das ganze mal wieder mit einem Besäufnis, die Lautsprecheranlage fiel wegen eines technischen Defekts aus, die Polizei stresste wegen Lappalien und akzeptierte auf einmal die Route zum Kongresszentrum nicht mehr, und grundsätzlich ist eine Demo mit einer Handvoll Leute (genau das, was es vom Vorhaben her nicht hätte sein sollen) eben nicht das Gelbe vom Ei. Eine tolle Sache waren die Leute von food not bombs, die am Ende der Kundgebung mit Essen auftauchten. Bezeichnend war noch die Äußerung eines vor Ort verantwortlichen Beamten zu einem Passanten, dass "wir so etwas [gemeint war die Aktion] leider nicht verbieten können." (was die angedrohten Anzeigen wegen Befestigen eines Transparents an einem Gitter, wegen Malens mit Kreide am Boden und wegen des Beharrens auf der Route zum Kongress erklärt…)
Vom Freitag, dem 26. September gibt es erfreuliches zu berichten: Obwohl wir an dieser Stelle sonst nicht über indoor Veranstaltungen schreiben, diesmal muss es sein: Ein wirklich geiles, gut besuchtes Solifest im SUB für die zwei Grazer, die in Thessaloniki einen Prozess wegen Landfriedensbruch am Hals haben. Das eingenommene Geld wird für Kautionen und Anwaltskosten verwendet. eiterherd, tetsuo, symre vs. hadrian etc. sorgten für den guten (soli)sound...
Am Freitag, dem 19. September veranstaltete das Videokollektiv m2kg eine weiter Filmvorführung des Films "keimfrei - Visionen einer Schönen Neuen
Stadt" am Eisernen Tor. Infos zum Film gibts hier..
Neu dabei diesmal ein schwarz-blaues Putzkommando, das die Innenstadt säuberte und Flugis verteilte. Das Putzkommando mistete auch in der Oper aus (siehe Bilder), dort ging gerade die Eröffnung des steirischen Herbstes mit viel Prominenz aus Politik und Kultur über die Bühne
[Shots]
In der Nacht auf Montag, dem 25. August, wurde ein Kleinbus der FPÖ vor der Parteizentrale am Grazer Griesplatz beschädigt. Das Auto wurde mit Parolen besprüht („Abschiebung ist Mord“), die Windschutzscheibe wurde beschädigt, in einem Vorderreifen steckte noch eine abgebrochene Messerklinge. Der Schaden könnte laut Kleine Zeitung 5000 Euro betragen. (Quelle: Kleine Zeitung 26.08.03)
Am Freitag, dem 1. August
veranstaltete die MigrantInnenorganisation "Africans for Austria"
in Graz einen Schweigemarsch anlässlich des unter fragwürdigsten Umständen zu Tode gekommenen Mauretaniers Seibani Wague in Wien. (genaue Dokumentation auf: no-racism.net)
Die Demonstration startete in der Keplerstrasse vor dem Caritas Sozialzentrum und führte über die Hans Resel
Gasse in die Annenstrasse bis auf den Hauptplatz. Leider war die TeilnehmerInnenzahl an der Demo sehr gering: ca. 40 Menschen, davon ca. 2/3 Schwarze. Die magere Beteiligung mag zum Teil an der schlechten Ankündigung liegen, zum Gutteil dürfte der Grund aber Angst vor Polizei- und Alltagsrassismus sein. Nach der Ermodung von Marcus Omofuma 1999 waren damals immerhin 500 Leute, zum Grossteil Schwarze, wütend durch die Stadt gezogen.
Donnerstag. 24. Juli:
"Mit roter Lebensmittelfarbe im Stadtparkbrunnen übte in der Nacht auf Donnerstag ein Unbekannter Kritik am Tod von Cheibani Wague. Der Mauretanier war in Wien nach einem Polizeieinsatz gestorben, was der Unbekannte mit Plakaten mit „Rassismus tötet. Polizei tötet“ kommentierte. Der Brunnen musste geleert werden, der Schaden macht 398 Euro aus." (Kleine Zeitung, 26.07.03)
Am Freitag, dem 18. Juli gab es in Graz eine Filmpremiere. Der Film "keimfrei - Visionen einer Schönen Neuen
Stadt" vom Videokollektiv m2kg wurde am Eisernen Tor der Öffentlichkeit präsentiert. Schon am Nachmittag startete die Präsentation
mittels Fernseher unter einem Zelt, später konnte dann, trotz widriger Umstände (starker Wind), auch durch
einen Beamer auf die Leinwand projiziert werden.
Den Hintergrund für dieses Filmprojekt bildet ein Grazer Gemeinderatsbeschluss (per drindlichen Antrag der
FPÖ, es stimmte die ÖVP und ein Grossteil der SPÖ GemeiderätInnen mit), der ein schärferes Vorgehen der
Polizei am Hauptplatz gegen die dort oft anzutreffenden Punks vorsieht. Im Zuge der Neugestaltung des
Hauptplatzes und der tourismusgerechten "Säuberung" der Innenstadt auch im Hinblick auf die Kulturhauptstadt
2003 und der immer wieder hochschwappenden Erregung über die BettlerInnen in der Innenstadt, eine vorhersehbare
Entwicklung. Nachdem die Punks auch im Stadtpark zum Problem erklärt und mit einer massiven Polizei- und Behördenrepression
vertrieben wurden, stellte mensch ein paar schäbige Containern am miesesten Platz der Stadt auf, um ein paar
Obdachlose Punks aus dem Blickfeld zu haben.
Aus dem Ankündigungsflugi für die Filmpräsentation: "Unter den Schlagworten „Sicherheit“ und „Sauberkeit“ wird
in den letzten Jahren verstärkt versucht, den öffentlichen Stadtraum zu überwachen, zu reglementieren und nach
Profit- und Geschäftsinteressen zu gestalten. Die herrschende Politik verwendet dabei einen Begriff von
„sauber“, der sich explizit gegen Menschen richtet. Das Ziel ist das Unsichtbarmachen von Armut, von
AussenseiterInnentum und alternativen Lebensstilen. Es werden Massnahmen gesetzt, um die Innenstädte
tourismus- und konsumgerecht aufzubereiten. Das heisst unter anderem Ausgrenzung von Randgruppen wie z.B.
Obdachlose, BettlerInnen, Punks und unerwünschte AusländerInnen und deren Vertreibung aus den Stadtzentren.
Der unmittelbare Anlass für die Produktion dieses Films war ein Beschluss des Gemeinderats gegen das
„Punkerunwesen“, der die Polizei dazu aufforderte, mit Massnahmen gegen die Anwesenheit von Punks am Grazer
Hauptplatz vorzugehen.
Der Film thematisiert in satirischer, subversiv affirmativer und dokumentarischer Weise am Beispiel der
„Randgruppe Punks“ und am Beispiel von unerwünschten AusländerInnen den Gedanken einer von unangepassten
Menschen gesäuberten Stadt. Hinterfragt werden gängige Vorstellungen was als „sauber“, „schmutzig“, als
„Bedrohung“ und „Störung“ empfunden wird. Der Film führt Vorschläge, die sich in der öffentlichen Diskussion
als Lösungen präsentieren, konsequent und überspitzt zu ihrem bitteren Ende.
Am Ende steht ein gesäubertes, keimfreies Graz, in dem der letzte Punk als TouristInnenattraktion hinter
Gittern vorgeführt wird.
Filmlänge: ca. 30 min"
Der Bereich der Filmvorführung wurde mittels Klebeband als tempöräre Autonome Zone markiert, in der alle
willkommen sind, die in der "gesäuberten" Innenstadt nicht erwünscht sind.
Speziell am Abend herrschte grosser Zuschauerandrang, ein paar abendliche Spaziergänger fühlten sich
einigermassen vor den Kopf gestossen, zum Grossteil gab es aber positive Reaktionen. Zusätzlich zur Filmankündigung wurde eine weiteres Flugi zum Thema "Videoüberwachung in der Grazer Innenstadt" verteilt.
Flugi gibt es hier (PDF- 260 kB)
Das Filmprojekt wurde übrigens von der Jugendschiene von Graz0003 "access all areas" finanziell unterstützt ; auch deshalb kann mensch den Film auf VHS oder VCD bestellen:
videokollektiv@gmx.at
Bilder von der Filmpräsentation: [Shots]
Am Dienstag, dem 24. Juni folgten mehr als 60 AktivistInnen einem auf Indymedia geposteten Aufruf zur Solidemo für die beim EU Gipfel in Thessaloniki verhafteten DemonstrantInnen. Die kleine Demo zog vom Südtirolerplatz über die Sack- und Herrengasse zum Eisernern Tor, vorneweg ein Transpi mit der Aufschrift "Freiheit für alle politischen Gefangenen". Zum Glück konnten auf der Demo schon kurzfristig kopierte Flugis mit dem Hinweis auf die vor Kurzem erfolgte Freilassung der zwei tagelang inhaftierten Österreicher verteilt werden.
[Shots]
Am Samstag, dem 31. Mai, machten Mayday-AktivistInnen mit einem Strassentheater in Graz auf die geplante menschenrechtswidrige Novelle des Asylgesetzes aufmerksam:
In der Innenstadt ging die erste „Ernst-Strasser-Nächstenliebe-Gala“ über die Bühne unter dem Titel: „Servas die Madl, Servas die Bubn, tschüs die Asylanten, schleichts euch die Flüchtlinge!“
Flankiert von PolizistInnen und Kronenzeitung-lesenden, jubelnden Schafen - den „echten Österreichern“ präsentierte der „Innenminister“ seine Vision eines flüchtlingsfreien Österreichs. Die Kulisse bildete ein stacheldrahtumzäuntes „Lager“, das für den von Strasser bejahten Vorschlag Blairs stand, ein Internierungslager für Flüchtlinge außerhalb der EU zu errichten. Die „Nächtenliebe-Gala“ ging weiter mit einer Vorstellung des neuen Asylgesetzes, und die zwei Polizisten führten mal auf die schnelle ein künftiges Asyl - d.h. Abschiebeverfahren vor. Ein Beamter überreichte anschließend dem Herrn Innenminister „zum erfolgreichen Abschuss des Asylrechts“ die Goldene Puffn von Österreich.
Die Vorführung endete mit dem gemeinsamen Absingen der „Ernst-Strasser -Nächstenliebe“-Hymne: „Du geh wieder ham/ Wir wolln di da net hobn/ A wenn di der Hunger quält/ Schleich di in die 3. Welt! Du geh wieder ham/ Wir wolln di da net hobn/ Obs di umbringt oder nicht/ Unsre Grenzen, die san dicht!“
Während des Strassentheaters verteilten einige Leute Flugblätter mit Informationen zur geplanten Asylrechtsnovelle. Die Aktion verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle, von einigen zustimmenden Äußerungen von PassantInnen abgesehen war die häufigste Reaktion Desinteresse gegenüber dem Thema.
Theaterskript gibt es hier (DOC- 27 kB)
Flugi zu der Aktion hier (DOC- 25 kB)
Videomitschnitte:1 (rm- 560 kB) |
2 (rm- 1060kB) |
3 (rm- 736 kB)
Der Donnerstag, der 1. Mai, liess im Vorfeld (Beschluss der "Pensionsreform" und des Eurofighter-Kaufs im Ministerrat, Streikbeschluss des ÖGB, Abwehrstreik für den 6. Mai) kraftvolle und gut besucht Maiveranstaltungen sowohl der SPÖ und der KPÖ in Graz erwarten.
Es sollte anders kommen: Zum Protestmarsch rief die Sozialdemokratie um 9 Uhr auf den Europaplatz, bzw. für PensionistInnen zum Volksgarten. Bei leichtem Regen versammelten sich gerade mal 1000 vorm Bahnhof sowie ein paar hundert PensionistInnen um gegen den Pensionsraub zu protestieren. Unter den Klängen der Blasmusik zog mensch über die Annestraße, wo zwar viele Transpis Eindruck machten, aber nicht über die magere Beteiligung an der Kundgebung hinwegtäuschen konnten. Am Südtirolerplatz intonierte mensch die Internationale, insoferne bemerkenswert, wenn ein paar Meter zuvor noch "Du bist mein Österreich" nationalchauvinistischer Dumpfbackenmusik gehuldigt wurde. Am Hauptplatz schließlich als erstes augenscheinlich: eine mikrige Bühne - ein Symbol für den Zustand der Grazer SPÖ. Die Landes-SPÖ feierte den 1. Mai übrigens in Leoben bei einer Kundgebung vor 2000 Menschen.
Als RednerInnen in Graz traten an: Ex- Ministerin Prammer, Nr. Abg. Heidrun Silhavi, Horst Schachner vom steirischen ÖGB und schließlich Walter Ferk. Trotz reißerischer Reden wollte unter den anwesenden Genossen und Genossinnen wenig bis gar keine kämpferische Stimmung aufkommen.
Also nix wie weg und rüber zur Kundgebung der KPÖ, KSV, GLB... Dort hatten sich um 10.30 Uhr sage und schreibe 150 Leute unter dem Slogan "Für eine friedliche Welt arbeiten" versammelt (im Vorjahr waren es gut doppelt so viele) - dazwischen liegt immerhin ein sensationeller Wahlerfolg der KPÖ bei den Gemeinderatswahlen von 20,8% - ein wahrlich jämmerlicher Anblick. Aus der antiautoritären Szene waren nur ein paar AktivistInnen dem Mayday-Aufruf gefolgt und schlossen sich mit eigener Musik, Fahnen und Parolen der kurzen Demo an (vom Sütirolerpaltz zum Eisernen Tor braucht mensch 10 Minuten!) Freilich gab es an Anfangs- und Endpunkt Redebeiträge, die aber wegen der schlechten Akustik der Lautsprecher für die meisten unverständlich blieben. Bei der Demo vorneweg übrigens die Musikkapelle Eggenberg - auch eine Methode die Leute zu vertreiben. Und ach ja - die Internationale gab es bei der KPÖ nicht zu hören...
Also wieder nix wie weg in den Stadtpark, dort hatten ein paar AktivistInnen ein Grillfest organisiert - hier ließ sich der 1. Mai dann bei Musik, Bier, gebraten Würstel und Melanzani doch noch halbwegs erträglich gestalten.
Bilder vom SPÖ "Aufmarsch" [Shots]
Bilder von der KPÖ Demo [Shots]
Am Freitag, dem 11. April gab es Aktionismus geben den Irak Krieg in Form eines "Menschenteppichs" am eisernen Tor. Diesmal hatten sich nur mehr ein paar Dutzend AktivistInnen eingefunden. Für eine halbe Stunde wurde der Verkehr am Opernring von der Polizei umgeleitet, sodass die Aktion vor Auto- und fast menschenleerer Straße stattfand.
[Shots]
Fotos von der Aktion (extern) hier...
Am Samstag, dem 29. März fand eine weiter von der steirischer Friedensplattform organisierten Aktion statt: diesmal eine Menschenkette durch die Herrengasse. Ca. 500 Personen nahmen daran teil.
Fotos von der Aktion (extern) hier...
Am Samstag, dem 22. März veranstaltete die steirischer Friedensplattform eine weitere Antikriegsdemo. Nach verschiedenen Schätzungen fanden sich gegen Mittag 500 bis 1000 Leute am Grazer Hauptplatz ein - ein großer Teil davon junge SchülerInnen. Begleitet von zahlreichen Reden (PolitikerInnen, ägyptische Gemeinde, noch Bürgermeister Alfred Stingel, Sigrid Binder von den Grünen, Kabarettist Kittner, Eva Fenstra von der Friedensplattform etc.) und Liedbeiträge ging das "Sit in" über die Bühne. Viele Transpis waren mitgebracht worden. Auffallend: ein Aufruf zum Boykott amerikanische Produkte.
Laut steiermark.orf.at führte die Schulgemeinschaft des Pestalozzigymnasiums eine Friedensdemo mit rund 500 Mitgliedern durch. Die Demo hatte um 10.45 Uhr in der Grazer Zimmerplatzgasse begonnen.
Am Donnerstag, dem 20. März, dem Tag des Kriegsbeginns im Irak demonstrierten am Vormittag ca. 1000 SchülerInnen auf einer von der AKS organisierten Demo am Grazer Hauptplatz
Indymediabericht dazu
Am Abend gegen 18.00 Uhr fand eine Spontankundgebung gegen den Krieg in der Grazer Innenstadt statt.
Am Treffpunkt Hauptplatz versammelten sich ca. 60 Personen die durch eine Telefonkette von der Demo informiert wurden. Beim Zug durch die Fußgängerzonen der Innenstadt gab es Sprechchöre (hoch die antinationale Solidarität, kein Blut für Öl, für das Geld der Reiche gehen sie über Leichen) und wurden Transpis mitgeführt (Gegen die kapitalistische Weltkriegordnung, fight power not people- weg mit Bush und Hussein). Anfängliche Verhandlungen zwischen verschiedenen Gruppen über Sprechchöre ergaben, dass z.B. auf "USA - Schurkenstaat" verzichtet wurde. Insgesamt dauerte die Spontankundgebung ca. 1 Stunde. Besonderheit: zum ersten mal seit langer Zeit gab es keine Probleme mit der Polizei, die sich ausgesprochen zurückhielt. Möglicherweise hat die Polizei kein Problem ,wenn gegen die US-Politik spontan und unangemeldet auf die Straße gegangen wird. Dass das nicht immer so ist und war kann mensch ja zu Genüge auf dieser Website nachlesen. Leider waren einige der DemoteilnehmerInnen alkoholisiert.
Am Samstag, dem 8. März, dem internationalen Frauentag fanden mehrere Veranstaltungen statt. Neben einen Fackelmarsch auf dem Grazer Schloßberg, dem Frauenfest diesmal in Forum Stadtpark (mit der Eröffnung des 0003 Frauenprojektes WOMENT!) gab es auch eine Aktion von Mayday-AktivistInnen und unabhängigen Frauen. Ca. 20 Frauen/Lesben und ein paar Männer sperrten im Rahmen der Aktion "Frauen eingesperrt/Frauen ausgesperrt - gegen den patriarchalen Normalzustand" in der Herrengasse Ecke Jungferngasse mittels Band einen Teil der Gasse ab. In der Absperrung war ein Transpi mit der Aufschrift "Frauen eingesperrt/ausgesperrt", dass deutlich machen sollte, dass viele gesellschaftliche Bereiche für Frauen verschlossen sind. Weiters gab es Pappfiguren in der Herrengasse auf denen Zahlen zur Gewalt und Diskriminierung von Frauen festgehalten waren. Eine DJane legte Musik auf, Flugis wurden verteilt. Die Reaktionen der PassantInnen war durchwegs sehr interessiert. Flugi hier (DOC- 23 kB)
Am Samstag, dem 8. Februar veranstaltete ein breites Bündnis, die "Steirische Friedensplattform", eine Antikriegsdemonstration in Graz. Die sagenhaft gut angekündigte Demo (die Plakatständer der Grünen und der KPÖ von der Gemeinderatswahl wurden dafür verwendet) stand unter dem Motto "Kein Blut für Öl! Nein zum Kieg gegen den Irak!"
Gut 3000 Menschen (lt. steiermark.orf.at bis zu 5000) zogen bei Schneefall und Minusgraden vom Kaiser Joseph Platz über den Jakominiplatz zum Hauptplatz. In der Herrengasse bot sich schon von weitem ein recht beindruckendes Bild "O-Zitat eines Passsanten: Hilfe, die Kommunisten kumman!" Dutzende Transparente, ein paar Megaphone, so eine grosse Demo hat Graz schon lange nicht mehr gesehen!
Am Hauptplatz gab es Reden von bald nicht mehr Bürgermeister Stingl, der klarstellte, das dies keine Demonstration gegen Amerika oder für Saddam Hussein ist, von der wirklich beeindruckenden Widerstandskämperin Maria Cäsar, einem Pfarrer, der auf die Bergpredigt verwies und andere mehr - eine bunte Bündnisdemo eben.
Anzumerken gibt es noch das keine irakische Nationalflaggen auftauchten, ebensowenig antiisraelische Sprechchöre oder Transpis gehört oder gesichtet werden konnten. Auch die Polizei hielt sich ziemlich im Hintergrund. Gut so.
[Shots]
Am Samstag, dem 11. Jänner nutzten
eine handvoll AktivistInnen, die Eröffnungsveranstaltungen von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas, um antirassistische Infos unter die 80.000 Leute in der Grazer Innenstadt zu bringen.
Ein paar AktivistInnen waren auch vor die Stadthalle gegangen, wo eine peinliche 2003 TV-Werbeshow mit allen Politadabeis des Landes aber auch 360 JournalistInnen aus dem In- und Ausland abgezogen wurde. Ohne Schwierigkeiten konnten hier die Flugzettel mit dem Titel "Graz - Kulturhauptstadt ohne Menschenrechte?" verteilt werden, was ja insoferne bemerkenswert in dieser Stadt ist, als Flugis verteilen hier zuweilen vor dem Richter endet, speziell dann, wenn die Staatspolizei in der Nähe ist. Diese war auch vollständig erschienen, kümmerte sich diesmal allerdings offensichtlich mehr um den Personenschutz der Ehrengäste...
Flugi hier (PDF- 89 kB)
Flugi englisch hier (PDF- 91 kB)
Eine andere AktivistInnengruppe verteilte in der Innenstadt Informationen über die prekäre Lage von SchwarzafrikanerInnen in Graz.
Flugblatt hier
Über die Stadt Graz, die sich neben "Kulturstadt" auch gerne mit dem Titel "Menschenrechtsstadt" schmückt, bricht derzeit ja gerade ein Gemeinderatswahlkampf herein, der von einer amoklaufenden Grazer FPÖ, und einer mit rassistischen und fremdenfeindlichen Untertönen im FPÖ WählerInnenreservoir fischenden ÖVP gekennzeichnet ist. Bei der FPÖ heisst es auf ganz in schwarz gehaltenen Plakaten (die übrigens auch auf Straßenbahn(en) montiert, durch die Stadt kurven!!) "Drogendealer ab in die Karlau, und nicht in den Gemeindebau" (Anm: Karlau = Grazer Knast), bei der ÖVP verlangt Strahlemann Nagl, laut Umfragen der künftige Grazer Bürgermeister, in ganzseitigen Inseraten über "die Grenzen der Ausländer, die in unseren Herzen verlaufen" genau das gleiche - nur etwas subtiler.
MayDay 2000 ruft weiterhin zum Widerstand auf! Stoppt Schwarz-Blaues Regieren! Gegen Sexismus, Faschismus und Sozialabbau! Immer und überall! |