Dringende Unterstützung und Solispenden gesucht!!!
Betrifft: Checkpoint Austria in Graz
Flut von Anzeigen und Anklagen gegen AktivistInnen
Strafen in der Höhe von 90.000,- bis 100.000,- zu
erwarten
Am 5.12. beteiligten sich auch in Graz ca. 100 Personen an den bundesweit
organisierten Straßenblockaden gegen das Budget der Grausamkeit. Die
Protestversammlungen in Graz dauerten ca. 4 Stunden und fanden auch auf drei
untersagten Kreuzungspunkten statt, wo sie allerdings sehr rasch aufgelöst
wurden.
Die gesamten Aktion verlief von Seiten der TeilnehmerInnen vollkommen
friedlich, die meiste Zeit spazierten wir sowieso in einem permanenten
Kessel von ca.
doppelt so vielen Polizeibeamten des MEK und der Sondereinheit TAURUS auf
den Gehsteigen durch die Stadt.
Nun flatterten 10 AktivistInnen Strafverfügungen und Anklagen ins Haus, die
eine insgesamt eine unglaubliche Höhe erreichen:
8 Personen erhielten Geldstrafen von je 5.000,- für angebliche
Vergehen nach dem Versammlungs- und Sicherheitspolizeigesetz = 40.000,-
1 Person davon erhielt außerdem zusätzlich eine Anzeige wegen
Beamtenbeleidigung und Anstandsverletzung (angebliches "Vogelzeigen") und
diverser
Vergehen nach der Straßenverkehrsordnung (berührte ein paarmal mit dem Fuß
die Straße "von einem fleißigen Polizeibeamten gezählt") = ca. 6.000,- sowie
Anwaltskosten.
1 weitere Person wurde angezeigt, weil sie mit einem LKW bei
Grün nicht den Kreuzungsbereich verlassen hatte = ca. 6.000,-
1 Aktivist wurde wegen Verleumdung im 2. Fall (Strafrahmen bis
zu 5 Jahren) angeklagt: Er hatte während einer Kreuzungsblockade eine
Musikanlage auf
einem LKW bedient und zu schützen versucht, als ein ziviler Polizist auf die
Ladefläche stürmte. Kurz darauf rief der Aktivist den übrigen
DemonstrantInnen zu, dass
dieser Beamte ihn mit den Worten "Wenn ich dich alleine auf der Straße
treffe, dann ...Kopfschuß" bedroht hatte. Beim Prozeß muß er im Falle eines
Schuldspruches
(der nicht unwahrscheinlich ist) mit einer Geldstrafe von mindestens
30.000,- rechnen, wozu natürlich noch die Prozeß- und Anwaltskosten kommen.
Die Hauptverhandlung gegen den Aktivisten findet bereits am 3. Mai um 13:30
am Landesgericht für Strafsachen, Saal 7/pt statt. Wir bitten möglichst
viele Leute
hinzukommen! Es ist schlimm genug, dass Drohungen seitens der Polizei
fallen, aber es ist untragbar, dass man/frau sich vor Gericht verantworten
muß, weil er/sie
solche Drohungen öffentlich macht.
Alle Betroffenen sind Studierende oder Personen mit keinem oder geringen
Einkommen. Die Summe ist für uns nicht einmal teilweise bezahlbar. Im Falle
einer
Verurteilung am 3. Mai brauchen wir bald eine hohe Summe, da dem Aktivisten
sonst eine längere Haftstrafe droht. Wir brauchen außerdem dringend
Rechtsvertretung vor dem UVS.
Daher richten wir an alle ein dringendes SOS. Wir brauchen Unterstützung,
Rechtshilfe und Spenden!!
MayDay2000 Graz
Postfach 466, 8011 Graz
mayday2000graz@hotmail.com
Rechtshilfe: Sparbuchnr: 32 226 185, BLZ 38 000
Bezeichnung Mayday 2000 Graz
PS: Zitat aus der Zeugenaussage des angeblich verleumdeten Polizisten: als
Begründung, warum er die oben genannte Drohung nicht ausgesprochen habe: "Keinesfalls habe ich tatsächlich zu B. gesagt, daß ich ihm einen Kopfschuß
verpassen würde. Mir ist B. aus der radikal-linken Szene bekannt und würde
ich gerade zu
ihm so etwas nie sagen, weil ich weiß, daß er renitent und aufsässig ist. Er
ist auch aggressiv."
MayDay Graz, Graz am 23.04.2001
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