Protest gegen mediale Verleumdungen!
"Mayday 2000" als "Regiezentrale" von "Chaosaktionen"... und die Erde ist
eine Scheibe!
Mit Entschiedenheit und Betroffenheit protestieren wir gegen die
Medienhetze, die die "Grazer Woche" (Auflage: 150 000) in ihrer Ausgabe vom
10. Juni über "Mayday 2000 Graz" verbreitet!
Unter dem Titel "Graz drohen im Juli Demos und Chaos" von Roland Reischl
wird unsere Gruppe mit dem Aufruf zu "Chaos-Aktionen" gegen das Treffen des
"World Economic Forum" in Salzburg vom 1. -3. Juli in Verbindung gebracht,
wir werden als "Regiezentrale" für die Aktionen gegen dieses Treffen
bezeichnet, und sogar zum Teil einer "Anarcho-und Untergrundszene" erklärt.
Nun gibt es zwar keinen Grund, sich von den österreichweiten Aufrufen der
"Anti-WEF-Koordination Salzburg", gegen dieses Treffen zu demonstrieren, zu
distanzieren, im Gegenteil: Demonstrationen sind ein demokratisches
Grundrecht und dass in Hinblick auf das WEF alle Proteste mit Aufrufen zu
Chaos und Gewalt gleichgesetzt werden, spricht für das eklatante
Demokratiedefizit in diesem Land. Doch es ist absurd und schlichtweg falsch,
"Mayday 2000" eine Beteiligung an der Organisation dieser Proteste
zuzuschreiben - und es entspricht schon gar den Tatsachen oder unseren
Möglichkeiten, eine "Regiezentrale" zu sein. Wir haben mit der Planung der
Aktionen in Salzburg nichts zu tun, so einfach ist das.
Unsere Homepage bietet wie zahlreiche andere linke Homepages in Österreich
auch Informationen über das WEF und den Aufruftext der
"Anti-WEF-Koordination Salzburg" und Links zu themenrelevanten Homepages.
Allerdings finden sich bei uns weder Zugverbindungen noch
Übernachtungsmöglichkeiten in Salzburg, wie der Artikel behauptet (wozu
auch, schließlich gibt es zumindest für ersteres die Homepage des ÖBB).
Welche Absichten dieser Bericht verfolgt, zeigt sich daran, dass ein von uns
seit Monaten veröffentlichtes rechtliches Informationsblatt für
DemonstrantInnen, in dem wir wohlgemerkt zur Gewaltfreiheit aufrufen, zum
"Handbuch für richtiges Demonstrieren" in Zusammenhang mit einer
"Untergrundszene" mutiert.
Völlig aus der Luft gegriffen ist auch die Behauptung, wir hätten vor,
während des Einsatzes Grazer Polizisten in Salzbug, hier "gegen ein
dezimiertes Polizeiaufgebot wirkungsvoll aufzutreten". Wir sind eine legal
arbeitende politische Gruppierung, deren Aktionen bisher immer gewaltfrei
verlaufen sind und die sich großteils auf Flugblätter, Kundgebungen
Straßentheater, Zeitungen u.ä. beschränken. Uns in die Nähe einer
"Untergrundszene" zu rücken, ist lächerlich und pure Verleumdung.
Es ist bestürzend, mit welcher Leichtfertigkeit sich ein Journalist zum
Sprachrohr für die Unterstellungen der Grazer Polizei macht, mit denen
"Mayday 2000" nicht zum ersten Mal überhäuft wird. Ein einziger Blick auf
unsere tatsächlichen Veröffentlichungen - für den sich Herr Reischl
sichtlich nicht die Zeit nahm - hätte die Unhaltbarkeit dieses Artikels
gezeigt. Doch offenbar will die Polizei mit solchen Anschuldigungen ein
Klima schaffen, in dem alle Repressionen uns gegenüber gerechtfertigt
erscheinen (vorübergehende Sperre unserer Homepage, ein aktuelles
Ermittlungsverfahren gegen die gesamte Gruppe wegen "Aufforderung zum
Widerstand gegen die Staatsgewalt" etc.). Der betreffende Journalist hat auf
jeden Fall alle medienrechtlichen Grundsätze über Bord geworfen, indem er
offensichtlich ohne die geringste eigene Recherche die Propaganda der
Polizei übernahm.
Wir werden durch die Massivität der Anschuldigungen gezwungen, rechtliche Schritte zu unternehmen.
PS: Bildet Euch selbst ein Urteil über unsere Inhalte:
http://mayday.widerstand.org!
MayDay Graz, Graz am 10.06.2001
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