UV-Beschluss verbietet ÖH-Organen Zusammenarbeit mit "Mayday 2000 Graz"
Am 17.April beschlossen Aktionsgemeinschaft (AG) und der Vorsitzende der ÖH
Uni Graz, Jörg Kapeller (Fachschaftsliste) in der Universitätsvertretung ein
Verbot, mit "einschlägig polizeibekannten Gruppen wie Mayday 2000"
zusammenzuarbeiten oder sie zu unterstützen. Konkrete Vorwürfe wurden der
Gruppe nicht gemacht, es wurde auch nicht inhaltlich argumentiert, als
Begründung wurde nur angeführt, dass Mayday 2000 eben "einschlägig
polizeibekannt" sei. (Zur Erinnerung: Um in Graz "polizeibekannt" zu werden,
reicht es, besonders für Mayday-AkitvistInnen, am "falschen" Ort ein
Transparent zu halten oder Flugblätter zu verteilen.) Gegen diesen Antrag
stimmten nur die Mandatare der GRAS (Grüne&Alternative StudentInnnen) und
zwei Unabhängige, der Rest der Fachschaftsliste und die Mandatare des VSSTÖ
(Verband sozialistischer StudentInnen Österreichs) enthielten sich der
Stimme! Damit war der Antrag mit den Stimmen der AG und des Vorsitzenden
angenommen.
Ein Zufall, dass der Antrag der AG kurz vor Beginn der Aktionstage an den
Unis kam? Wie immer: Sie konnten diesen Antrag jedenfalls nur mit Hilfe der
ÖH-Führung und der Fraktionen Fachschaftsliste und VSSTÖ durchbringen, denen
die politischen Konsequenzen offenbar nicht klar waren. Denn nicht nur, dass
damit jegliche Repression gegen regierungskritische AktivistInnen
legitimiert wird. Mit ihrer Entscheidung delegieren AG, Fachschaftsliste und
VSSTÖ offiziell ihre eigene Fähigkeit, Gruppen oder Personen inhaltlich zu
beurteilen, an die Polizei: Wer sich gegen Maßnahmen der Regierung wehrt und
dadurch auffällt, mit dem/der arbeitet die ÖH nicht mehr zusammen - und das
unter einer Regierung, die gerade dabei ist, Uni und ÖH zu zerschlagen.
Das Kulturreferat und das Alterantivreferat der ÖH Graz erklärten sofort,
den "UV-Beschluss nicht umzusetzen und zu boykottieren." Die Referate
erklärten, die Zusammenarbeit mit Mayday 2000 fortzusetzen und forderten
auch die anderen ÖH-Organe auf, sich dem Boykott des Beschlusses
anzuschließen. "Diese Gruppen", heisst es in ihrer Erklärung, "sind nur
polizeibekannt, weil sie es wagen, ihre legalen politischen Anschauungen in
der Öffentlichkeit zu vertreten. Es muss für Institutionen der ÖH möglich
sein, mit Gruppen, die jenseitig des politischen Mainstreams arbeiten, zu
kooperieren."
MayDay Graz, Graz am 18.04.2002
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