Richtigstellung der Berichte über Festnahmen während der
Sicherheitskonferenz in München
Pressemitteilung der von der Repression betroffenen Salzburger:
Freitag der 13
Als Betroffene der Repression während der Proteste gegen die NATO- Konferenz
in München vom 6.-7. Februar wollen wir uns zur Berichterstattung in
Österreichischen Medien äussern.
Was diverse Zeitungen, unter anderem die Krone und Der Standard, berichten
entspricht nicht den Tatsachen. Die Wahrheit ist, dass es alleine am Freitag,
rund 200 Fest- bzw. Ingewahrsam-nahmen durch die deutsche Polizei gab,
darunter 13 ÖsterreicherInnen.
Laut einer Presseaussendung der Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner habe
diese direkt beim bayrischen Innenminister interveniert, woraufhin die
festgehaltenen ÖsterreicherInnen angeblich freigelassen wurden. Die Wahrheit ist,
dass durch das sofortige Einschreiten der Roten Hilfe sämtliche in Gewahrsam
befindlichen personen frei gelassen wurden, da jede rechtliche Grundlage
fehlte. Wir, die betroffenen Salzburger, wollen nicht für Wahlkampfzwecke der
Aussenministerin missbraucht werden und verweisen auf die Vorfälle rund um die
Volxtheaterkarawane in Genua 2001. Damals verweigerte die Aussenministerin den
Gefangenen nicht nur jegliche Hilfe sondern überreichte den italienischen
Behörden auch polizeiliche Daten gegen die Betroffenen.
Ebenso wie die Proteste am Freitag verlief die Großdemonstration am Samstag
friedlich. Trotzdem gab es von Seiten der deutschen Polizei massive
Übergriffe während der Demonstration und laut Augenzeugenberichten Misshandlungen im
Gefangenenhaus Ettstraße. Einem Salzburger wurde eine Nasenfraktur zugefügt
und eine Person sitzt weiterhin in U-Haft.
Wir verurteilen diese Einschränkung unserer Grundrechte aufs schärfste und
drücken auch unseren Protest gegen die Österreichische Bundesregierung aus,
auf deren Hilfe wir nicht angewiesen sein wollen.
Gruppe Freitag der 13
Stellungnahme der von den Festnahmen betroffenen Grazerinnen:
Während der NATO-Konferenz in München ging die Polizei mit brutaler
Repression gegen den friedlichen Protest Tausender Menschen vor und nahm fast 300 von
ihnen fest. Außenministerin Ferrero-Waldner benutzte dieses Vorgehen
offenbar, um ihr Image im Wahlkampf aufzubessern und behauptete, von den 13 am 6.2.
verhafteten ÖsterreicherInnen seien 12 durch ihre „direkte Intervention“
freigekommen. Als zwei Betroffene stellen wir fest, dass dies NICHT stimmt! Wir
wurden wie fast alle DemonstrantInnen noch in Nacht wieder freigelassen, weil
es keine rechtliche Grundlage für die Festnahme gab. Im übrigen verzichten
wir in solchen Situationen auf die Hilfe der österreichischen Regierung, gegen
die sich unser Protest genauso richtet wie gegen die Politik der NATO.
Zwei Aktivistinnen von „Mayday 2000 Graz"
MayDay Graz, Graz am 14.02.2004
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