Offener Brief an das Arcadium
Betreffend Konzert mit rechtsextremen Gruppen
am 2.9.2005
Graz, 29.August 2005 Sehr geehrter Herr Panzl,
Wie
wir der Homepage www.dunkelheit-festival.net entnommen haben, soll
am Freitag, den 2.9. im Arcadium das Black Metal -„Dunkelheit 2005“
Festival stattfinden. Diese Veranstaltung hat bereits öffentliche Proteste
bewirkt, da mehrere ursprünglich im Programm vorgesehen Bands – z.B.
„Nachtfalke“, „Stornmatt“ und „Gosforth“ - der rechtsextremen bis
neonazistischen Szene zuzuordnen waren. Daraufhin wurde den Veranstaltern
sowohl in Niederhollabrunn, wo es für zwei Tage angesetzt war, als auch in
Graz von den Betreibern des PPC abgesagt. Unter den zehn Bands, die in
Ihrem Lokal auftreten sollen, befinden sich noch immer zumindest zwei Bands,
die sich in einem Naheverhältnis zur neonazistischen Szene bewegen.
So stuft der Mitarbeiter des „Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes“, Willi Lasek, die Gruppe „Gosforth“, die erst
2004 zusammen mit der rechtsextremen Band „ad hominem“ auftrat, nach der
Recherche von Interviews als rechtsextrem ein. In einem Interview mit dem
deutschen Magazin „Final War Online“ antwortete ein Bandmitglied auf die
WordRap-Frage nach dem Stichwort Holocaust: „a good way to eliminate dregs“
(auf deutsch: eine gut Art der Beseitigung des Abschaums). Die Gruppe
„Stornmatt“, kündigt auf ihrer Homepage das Festival als „next holocaust“ an
und produzierte ihren Tonträger „Funeral Apocalypse“ bei „Total Holocaust
Records“, eine Firma, die auf ihrer Seite auch unzählige Tonträger von
Musikgruppen mit Namen wie „Aryan Blood“ („Arisches Blut“), „Aryan Wind“
(„Arischer Wind“), vertreibt.
Wir fordern Sie dringend auf, ein Festival
mit Bands, die sich einer derart den Holocaust und den Faschismus
verharmlosenden und verherrlichendenSprache und Symbolik bedienen, in ihren
Räumlichkeiten nicht stattfinden zu lassen und ebenso wie das PPC den
Veranstaltern eine Absage zu erteilen! Es liegt sicherlich nicht in Ihrem
Interesse, dass das Arcadium als stadtbekannte Partylocation in den Ruf
gelangt, ein Treffpunkt von SympathisantInnen der Neonaziszene zu
sein.
P.S.Ein Bericht über die rechtsextremen Bands bei diesem Festival
erschien übrigens unter dem Titel „Black Metal mit Rechtsdrall“ am 23.8. in
„Der Standard“.
MayDay Graz, Graz am 29.08.2005
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