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KULTURHAUPTSTADT 2003
Stadt der Menschenrechte? Kulturhauptstadt Europas?
"Wir sperren schon"
Die Tageszeitung Der Standard berichtete in seiner Ausgabe vom 12./13. Jänner 2002, wie ein in Graz lebender Engländer Zeuge wurde, wie sich eine Kellnerin des Innenstadt Cafe Domizil (Bürgergasse) weigerte, einen Afrikaner zu bedienen. Als der Mann ein Bier bestellen wollte, hätte die Kellnerin erklärt "Wir sperren schon zu". Drei Österreicher, die danach kamen, wurden sofort bedient. Der Zeuge zum Standard (Jän.02): "Als wir den Mann auf ein Bier einladen wollten, sagt die Kellnerin, sie dürfe ihm kein Bier servieren, der Chef erlaube keine Schwarzen". Nach langem Hin und Her bekam der Afrikaner noch ein Getränk.
Kein Einzelfall in der "Kulturhauptstadt 2003"
Dies ist jedoch bei weitem kein Einzelfall. Der Verein Helping Hands, der sich gegen Rassismus einsetzt, präsentierte im November 2002 eine aktuelle Studie, die belegt, dass es in Graz sehr viele "schwarze Schafe" unter den Lokalen gibt. In den folgenden Lokalen wird bzw. wurde Schwarzafrikanerlnnen der Eintritt verweigert oder erschwert: Dombräu, Erlebnisbräuerei Rudolf, Diskothek Nachtschicht, Eastside, Latinos, Schluckbar, Domizil und Kulturhauskeller!
Innerhalb weniger Monate wurden einige Grazer Lokale, so Daniela Grabovac, Obfrau von Helping Hands, in der Kleinen Zeitung vom 10. 11.2002, mehrmals getestet. "Im Dombräu, Rudolf, in der Nachtschicht und im Eastside sagte man uns klar, dass Schwarze keinen Zutritt haben". MitarbeiterInnen der "Plattform Afrika" ? diese Plattform ist ein Zusammenschluß unterschiedlicher Gruppierungen in Graz wie z.B. Helping Hands, Zebra, Grüne Akademie, GRAS (Grüne&Alternative StudentInnen), Megaphon, Mayday 2000 u.a. ? haben bei zwei Lokalrunden im Herbst ähnliche Erfahrungen gemacht: Der Türsteher vom Latinos (Burggasse) verwehrte drei Afrikanern unter Hinweis auf ihre Hautfarbe und vor etlichen AugenzeugInnen den Eintritt. Die Wachleute des Lokals Cube (Hans?Sachs?Gasse) liessen die afrikanischen Männer mit dem Statement "dass immer die Ausländer Schlägereien beginnen" nicht hinein, im Urbanikeller (Stempfergasse), wurden die Afrikaner mit der "geschlossenen Gesellschaft" abgewimmelt. Als der Türsteher und die Chefin zur Rede gestellt wurden, reagierten diese recht unhöflich.
"Kann mir die Gäste selbst aussuchen"
Im Cafe Domizil bediente eine Kellnerin ein anderes Mal, ähnlich wie oben geschildert, zwei Afrikaner wieder nicht mit dem Hinweis, dass das Lokal gerade geschlossen werde. Zwei StudentInnen wurden fünf Minuten später ohne weiteres bedient. Darauf angesprochen meinte diese, sie könne sich ihre Gäste selbst aussuchen.
Ja - auch Gäste können jene Lokale in Graz aussuchen, die sie besuchen wollen.
Impressum: Plattform Afrika, Griesplatz, 8020 Graz.
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