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Einen Leserbrief, den die Kleine Zeitung nur verkürzt wiedergegeben hat, bringen wir im vollen
Wortlaut
Zum Beitrag »Es dominierten eher der Lärm und das Bier« in der Ausgabe der Kleinen Zeitung vom
Samstag, 12. 2. 2000,möchte ich als Teilnehmer and er dort kommentierten Demonstration vom Freitag
(11. 2. 2000) feststellen, dass die überwiegende Mehrheit der 2 000 Teilnehmer vollkommen nüchtern
war (ca. 99 % bis 99,9%).
Besonders peinlich für die beiden Autoren (Johannes Kübeck und Michael Samec) ist es,
dass auf dem Foto auf Seite 7 keinerlei Anzeichen für Alkoholexzesse festzustellen sind. Von
den zirka 150 abgebildeten DemonstrantInnen hält einer eine Getränkedose, in der aber auch Fanta
sprudeln könnte, in der Hand (welch exzessives Bacchanal). Denooch schreiben die beiden Autoren
auf Seite 6: »Bei vielen floss der Alkohol in Strömen. Die Nachkommenden mussten aufpassen, nicht
über die weggeworfenen leeren Bierdosen zu stolpern.«; und später: »Die echten Heißsporne wurden durch
den Alkohol gebremst, ...«. Mit der letzten Aussage versucht man gezielt, den Lesern einen Teil der
DemonstrantInnen auch noch als Untermenschen zu präsentieren, die erst nach dem reichlichen Konsum
von Alkohol einigermaßen zahm werden.
Für mich stellen sich nun folgende Fragen:
1.Warum versuchen die beiden Autoren dieses Beitrags die Leser vollkommen falsch zu informieren?
2.Sympathisieren sie vielleicht mit einem weit rechts der Mitte angesiedeltem Regime, oder haben sie
nur Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren (siehe Beispiel in Oberösterreich)?
3.Gibt es bereits weisungsähnliche »Richtlinien« in dieser Zeitung, wonach DemonstrantInnen, wenn sie
sich friedlich verhalten, zumindest irgendetwas anderes »angehängt« werden soll, auch wenn es unwahr
ist?
4.Hat die Kleine Zeitung Angst davor, AbonnentInnen zu verlieren, wenn sie von derartigen
Veranstaltungen objektiv berichtet?
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es den beiden Autoren dieses Beitrags vollkommen egal sein,
kann, ob sich einige der Teilnehmer der Demonstration die Haare färben (s. 6). Ich nehme an, die
Vizekanzlerin, die Sozialministerin und die Tourismus-Staatssekretärin tun das auch.
In der Hoffnung, dass sich die Kleine Zeitung für diese propagandistische, rechtslastige
Berichterstattung bei den DemonstrantInnen und den LeserInnen entschuldigt, Ihr Peter Trinkaus.
aus: die Damen und Herren von Graz, dhg 01_00
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