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Vandalen besprühten Schloßberg
Schriftzug am Fuße des Uhrturms: bis zu 150.000 S Schaden.
"Kapitalismus tötete den G8-Gipfel in Genua." Was sie auch immer damit ausdrücken wollten, die Verfasser dieses Satzes hatten sich immens große Mühe gemacht, ihre Parole öffentlich zu machen. Auf einer Breite von 25 Metern sprühten die Unbekannten die zwei Meter hohen Buchstaben mit schwarzem Lack auf die erst kürzlich sanierte Mauer der Bürgerbastei am Fuße des Grazer Uhrturms.
Schon in der Nacht auf Dienstag dürften die Schmierer ihr "Werk" vollbracht haben, zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Schloßberg keine Wachorgane unterwegs. Anzeige wurde erst Donnerstagfrüh erstattet, sogleich ließ die städtische Liegenschaftsverwaltung den Schriftzug mit einer Plane verhüllen. "Damit dem Ganzen nicht auch noch ein großes Forum geboten wird", hieß es aus dem Büro des zuständigen Stadtrates Siegfried Nagl. Auf bis zu 150.000 S schätzt man dort den Schaden. Wegen dem offenbar politisch motivierten Hintergrund der Tat ermittelt nun die Abteilung "Staats-, Personen- und Objektschutz" der Polizei gegen die unbekannten Sprayer, schwere Sachbeschädigung lautet das Delikt.
Dass sich umstrittene Ereignisse, wie etwa der G8-Gipfel in Genua, in vermehrt auftretenden "Verzierungen" öffentlicher Flächen widerspiegeln, bestätigt Polizei-Abteilungsleiter Karl Archan: "Oft werden auch nur Gehsteige beschmiert, was dann nur Verwaltungsstrafen nach sich zieht." Generell sei seit der Regierungsbildung in Österreich ein leichter Anstieg an politisch motivierten Vandalenakten zu verzeichnen, dramatisch sei die Zunahme aber nicht.
Eine Schmieraktion ganz anderer Gesinnung auf dem Grazer Urnenfriedhof wurde auch angezeigt. Dort besprühten Unbekannte die Außenmauer mit ausländerfeindlichen Parolen und einem Hakenkreuz. Auf 25.000 S wird der Schaden geschätzt.
Wilfried Rombold
Kleine Zeitung, 18.08.2001
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